Hassan und Markus haben keinen Bock mehr auf Bauer

Schon lange in der Kritik sind die Maßnahmen des so genannten „Bildungszentrum“ Bauer (BZB), einer Firma, die in Offenbach für horrendes Geld

auf Kosten des Steuerzahlers überwachtes Herumsitzen™ von arbeitssuchenden MainArbeit-Kunden organisiert.

Hassan und Markus und 40 weitere Leistungsberechtigte, darunter Personen, die schon drei oder vier Mal beim monatelangen überwachten Herumsitzen™ dabei waren und so unfreiwillig mitgeholfen haben, Steuermilliarden in die Taschen von Trägerfirmen zu schleusen und die Arbeitslosenstatistik der Stadt Offenbach aufzuhübschen, haben kein Bock mehr™.

Kein Bock mehr™ auf überwachtes Herumsitzen bei einer ihrer Meinung und Einschätzung nach vollkommen sinnlosen Maßnahme, bei der man weder etwas lernen kann noch sonst irgend etwas konstruktives dabei herauskäme, was dazu führen könnte, dass man wieder Arbeit findet.

Kein Bock mehr™ auch auf das unverschämte Verhalten einiger – wenn auch nicht aller – Mitarbeiter von Bauer, die teilweise hart an der Grenze zur üblen Nachrede regelrechte Stasiprotokolle über die Teilnehmer führen, bei denen die „Leiter“ oder „Coaches“ des BZB akribisch auflisten, wann die Arbeitssuchenden angeblich Zigaretten rauchen waren anstatt Bewerbungen zu schreiben, und sich dabei teilweise sogar Wertungen erlauben („Herr G. guckt heute wieder grimmig“, „Frau S. demonstriert ihre Unlust“ usw.), was ihnen definitiv nicht zusteht.

In Einzelfällen sollen Mitarbeiter von Bauer sogar bei Ärzten angerufen haben, sich dort als Angehörige von Arbeitslosen ausgegeben haben, um so illegal an Informationen aus Krankenakten zu kommen. Fälle, die wohl eher in eine Akte bei der Kriminalpolizei gehören als in die Fallmanagerakten der MainArbeit, die diese Daten genau so wenig speichern darf wie die Firma Bauer sie keinesfalls erheben darf.

Hassan und Markus und die anderen 40 haben jedenfalls beschlossen, sich zu wehren, und damit begonnen, eine Petition einzureichen, in der sie sich über die Zustände bei Bauer und die Maßnahme insgesamt beschweren.

Unser Hartz IV Hilfe Maskottchen, Der Kleine Schulzemuckel (in der Szene auch unter dem Decknamen „Geschäftsführer“ bekannt), reagierte heute morgen auf diese Vorwürfe, so wie er immer auf Vorwürfe gegen sein Jobcenter und dessen Partner reagiert:
Erstens stimmt das natürlich alles nicht, was die Leute sagen. Zweitens sind die betreffenden Personen einfach arbeitsunwillige Faulpelze. Vergessen hat er diesmal noch den Gewaltvorwurf gegen die Kritiker, aber vermutlich liefert er das demnächst nach – zusammen mit den so genannten „Belegen“ dafür, dass er Recht hat, und die er auch nur in der Presse ankündigt aber wohl erst irgendwann später nachliefern möchte.

          Artikel in der Offenbach Post

Die Hartz IV Hilfe Offenbach rät:

1.)
Die Petition gegen die Zustände bei der Firma Bauer liegen beim Ombudsmann der MainArbeit im Rathaus aus und können dort unterschrieben werden. Haben Sie Mut und unterstützen Sie diese Petition mit ihrer Unterschrift. Ihr Fallmanager wird hiervon nichts erfahren, und wenn, dann ist die Chance nicht gering, dass er Ihre Kritik sogar teilt.

2.)
Unterschreiben Sie niemals eine Eingliederungsvereinbarung an dem Tag, an dem sie Ihnen vorgelegt wird.
Nehmen sie die Vereinbarung immer für 7-10 Tage mit nach Hause, und lassen Sie den Text bei einer Stelle wie der unseren oder Ihrem Rechtsanwalt überprüfen, wenn Sie mit dem Inhalt unzufrieden sind oder nicht verstehen, was da eigentlich genau drin steht.

3.)
Unterschreiben Sie niemals irgendwas bei Maßnahmeträgern, außer es geht dabei um Ihre eigene Schweigepflicht oder die Betriebsordnung einer Betriebsstätte.
Datenschutzverzichtserklärungen und ähnliches sind schlichtweg illegal, und die Sozialgerichte bestätigen immer wieder, dass man beim Maßnahmeträger solche Dinge nicht unterschreiben muss. Die Hartz IV Hilfe hat dies mehrfach für Kunden z.B. der USS GmbH vorm Sozialgericht durchgesetzt. Ergebnis: Maßnahme zu Ende, keine Kürzung!

4.)
Wehren Sie sich immer an der richtigen Stelle. Mit den Idioten vor Ort beim Maßnahmeträger machen längere Diskussionen über das Grundgesetz oder über Ihre Gefühle und Wünsche keinen Sinn!
Es gilt nach wie vor, was auf einem unserer Flugblätter steht: „Bei Problemen mit dem Maßnahmeträger hilft Dir Dein Fallmanager. Bei Problemen mit dem Fallmanager helfen Dir unabhängige Beratungsstellen wie wir.“
Nur das ist der Weg!

5.)
Machen Sie es einfach mal wie Hassan und Markus, und haben Sie einfach mal keinen Bock mehr™ – und das nicht alleine, sondern gemeinsam mit anderen™!

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2 Kommentare zu Hassan und Markus haben keinen Bock mehr auf Bauer

  1. Tim sagt:

    Hallo, wie kann man herausbekommen, ob Unbefugte von der MainArbeit Beauftragte, bei der Krankenkasse Informationen eingeholt haben? Und was kann man dagegen tun? Gibt es Schadenersatz?

    • Charly sagt:

      moin, entschuldige die späte antwort.

      herausbekommen kann man das grundsätzlich erst einmal durch akteneinsicht bei der anfordernden behörde.

      es dürfte meiner einschätzung nach aber nur wenige informationen geben, die bei einer krankenkasse gespeichert sind und die ein jobcenter dort einholen könnte. die daten, die dort gespeichert werden, sind entweder irrelevant oder unterliegen strengstem sozialdatenschutz, der bei den krankenkassen (im gegensatz zu den jobcentern) im regelfall beachtet wird.

      verstöße gegen den schutz besonders schützenswerter sozialdaten gehören zum nebenstrafrecht, und kein mitarbeiter einer KV würde sich da ungenauigkeiten erlauben.

      ein normaler sachbearbeiter bei der KV hat nicht mal selbst zugriff auf leesbare daten über behandlungen, diagnosen usw.

      zu beachten ist bei dem thema allerdgins umgekehrt auch, dass jobcenter grundsätzlich daz uverpflichtet sind, mit der KV zusammenzuarbeiten, wenn der versicherte ein problem mit der KV hat. über organisatorische und rechtliche fragen MUSS ein jobcenter daher unter umständen kontakt zu einer KV herstellen. oft genug tun sie es nicht, obwohl sie es müssten…

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