Die Fallmanager sind verpflichtet, den Klienten zu helfen?


„Die Fallmanager sind verpflichtet, den Klienten zu helfen.“

Diese denkwürdige Aussage des Pressesprechers des Main-Kinzig-Kreises vom 10.09.2014 steht in einem krassen Widerspruch zu dem, was die Kunden des KCA, insbesondere im Jobcenter Hanau, seit über 10 Jahren erleben, wenn sie es mit den für sie zuständigen Mitarbeitern des Landkreises zu tun haben.

Die von den Kollegen des Erwerbslosenkreis Hanau geäußerte Kritik an der Umsetzung des SGB II auf lokaler Ebene wird ebenfalls seit 10 Jahren vom Main-Kinzig-Kreis einfach ignoriert.

So wird z.B. dem Vorwurf, dass ständig Unterlagen und Akten im Jobcenter verschwinden, wie üblich einfach ausgewichen. Gerade so, als ob dies kein ernstzunehmendes Problem darstellen würde. Man muss an dieser Stelle daran erinnern, dass es vor einigen Jahren schon einmal ein Riesentheater um über 1000 verschwundene Akten im Regionalzentrum Hanau gab, was seinerzeit übergeordnete Stellen auf den Plan rief, und die Leiterin des Jobcenters ihren Job kosten sollte. Dennoch gedenkt man im Hause Pipa/Simmler auch heute noch solche Vorwürfe einfach auszusitzen, anstatt der Sache mal nachzugehen und diese Zustände abzustellen.

Der Behauptung von Kritikern, die Mitarbeiter seien überlastet, und es würden daher teilweise zustehende Leistungen nicht ausbezahlt, stellte der Main-Kinzig-Kreis gestern die absurde Behauptung entgegen, sie seien mit ihrem Betreuungsschlüssel von angeblich 1:120 bei den „Fallmanagern“ bundesweit führend.

Diese Art der Antworten auf Kritiker kennen wir bereits. Sie sind geradezu typisch für das Hause Pipa. Denn selbstverständlich haben „Fallmanager“ mit der Prüfung von Anträgen und der Berechnung von Leistungen rein gar nichts zu tun, deren Aufgabe ist vielmehr Qualifikation und Vermittlung.

Wie hoch der Betreuungsschlüssel in der Leistungsabteilung ist, also dort, wo ständig Unterlagen verschwinden und die zustehenden Leistungen nicht ausgezahlt werden, darüber möchte der Kreis öffentlich lieber nichts sagen. Genauso wenig zur Frage der Qualifikation dieser Mitarbeiter oder deren teilweise miesen Arbeitsbedingungen.

Erst kürzlich habe ich persönlich wieder erleben dürfen, wie die Leistungsabteilung des KCA funktioniert: Einfach ausgelacht hat mich eine Mitarbeiterin, als ich Sie höflich gebeten hatte, einer junger Frau, die ich zu einem Termin begleitet habe, eine Vorschuss für ihre Medikamente auszubezahlen. Denn dieser Kundin wurde völlig offensichtlich zu Unrecht eine 100%ige Sperre reingedrückt, und das noch bevor überhaupt ihr Antrag genehmigt war.

Keine 48 Stunden später musste das KCA dann über 1200 Euro, um die der Main-Kinzig-Kreis mit einem miesen Trick die Kundin betrügen wollte, doch ausbezahlen, weil der zuständige Richter am Sozialgericht die Sach- und Rechtslage genau so sah wie ich.

Konkret ging es in dem Fall unter anderem um die Frage, ob man als Jobcenter das Arbeitslosengeld auch schon dann streichen kann, wenn der Kunde noch gar keine Pflichtverletzung begangen hat, sondern dies erst möglichweise später tun wird.

„Das ist ja wohl egal, wann da gekürzt wird!“ war die offizielle Auskunft der Sachbearbeiterin zu diesem Streitpunkt. Und sie schien das furchtbar lustig finden, dass die Kundin deswegen nun medizinische Probleme hat und ihr der Verlust ihres Zimmers droht.

Die Sachbearbeiterin irrt: Es ist nicht egal. Es ist immer so zu machen, wie es im Gesetz steht.

Ginge es im KCA mit rechten Dingen zu, hätten Mitarbeiter mit so einer Arbeitseinstellung und so einem Umgangston wohl nichts in einer Sozialbehörde zu suchen. Aber auch hinter der Auswahl von Mitarbeitern in Jobcentern hier und anderswo vermuten einige ja schon lange eine Methode.

Artikel in Frankfurter Rundschau vom Aktionstag der Hanauer Kollegen

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